Neuemissionen – IPO

Was sind Neuemissionen?

Fällt in den Börsennachrichten der Begriff „IPO“ so ist es wieder an der Zeit für eine Neuemission von Aktien die auch „Börsengang“ genannt wird.

Wozu gehen Unternehmen an die Börse? Man muss sich vorstellen, dass man eine Pizzeria betreibt. Wohl möglich hat man die leckerste Pizza in der Stadt anzubieten, sodass der Laden jeden Tag überfüllt ist. Um auch weiteren interessierten Kunden an anderen Standorten die Pizza anbieten zu können, muss investiert werden, damit weitere Pizzerien eröffnet werden können. Da man schon Verbindlichkeiten bei Banken besitzt, gibt es nur eine weitere Option um an frisches Kapital für die Expansion zu kommen. Das wäre dann der Verkauf von Unternehmensanteilen.

Ein IPO (Initial Public Offering) verläuft auf eine ähnliche Weise. Das Unternehmen bietet Unternehmensanteile in Form von Aktien am Kapitalmarkt an, die durch Investoren gekauft werden und dem Unternehmen dadurch frisches Geld in die Kasse spülen. Es findet quasi ein tausch statt, Unternehmensanteile gegen Geld. Außerdem steigert es den Bekanntheitsgrad des Unternehmens und dient als Werbemaßnahme.

Zur Vorbereitung auf den Börsengang benötigt das Unternehmen in erster Linie einen Partner, der den Börsengang überhaupt ermöglicht. Dabei handelt er sich immer um eine oder mehrere Banken. Anschließend muss der ganze Unternehmenswert ermittelt werden sowie ein Börsenprospekt erstellt werden. In dem Prospekt stehen alle mit dem Unternehmen verbundenen Risiken, z.B. können Aufgrund schwacher wirtschaftlicher Lage die Auftragseingänge einbrechen, sodass das Unternehmen Insolvenz gehen kann. Ansonsten sind im Prospekt noch weitere Prognosen, Mitarbeiterzahlen und die ganze Bilanz enthalten. Das Prospekt ist so gesehen das Aushängeschild, welches interessierten Investoren auf sogenannten „Road shows“ präsentiert wird.

 

Das Bookbuilding-Verfahren

Im Folgenden wird das sogenannte Bookbuilding-Verfahren beschrieben, dass für Börsengänge weltweit am häufigsten genutzt wird. Hierbei wird im erstem Schritt die Preisspanne der Aktien, durch die Bank aus der Unternehmensbewertung wie aus dem Interesse der Investoren ermittelt. Zum Beispiel eine Preisspanne zwischen 10 und 12 Euro. Im nächsten Schritt haben jetzt alle potenziellen Investoren die Möglichkeit ihre Gebote abzuliefern. Die höhe des Gebots darf nicht unterhalb der Preisspanne liegen, sondern muss innerhalb oder oberhalb dieser liegen. Es ist aber dringend zu erwähnen, dass beim einem sehr großem Interesse es zu einer „Überzeichnung“ kommt und dann werden die Aktien nur den Investoren zugeteilt, die im Bereich der 12 Euro ihre Gebote abgegeben haben. Darauf spekulieren viele Investoren und bieten zum Beispiel 12 Euro je Aktie und aufgrund des großen Interesses kommt es zu einem Ausgabepreis von 13 Euro und somit wird sofort ein Gewinn von 1 Euro je Aktie erreicht.

Ein anderes Szenario ist, dass 12 Euro für die Aktie geboten wird, aber durch das maue Interesse der Ausgabepreis bei 10 Euro am unteren ende der Preisspanne liegt und dadurch kommt es auf Anhieb zu einem Verlust von 2 Euro je Aktie.

Jetzt ist das Unternehmen auf dem Finanzmarkt und jeder kann auch nach dem IPO Aktien kaufen oder verkaufen.