Aktienanalyse

Aktienanalyse

Aktienanalyse

Du hast bestimmt schon von Warren Buffet gehört? Wusstest Du, dass er seinem Erfolg dem Value Investing, einem Teilgebiet der Aktienanalyse, zu verdanken hat?
Im Jahr 2013 hat er durchschnittlich sagenhafte 37 Mio. USD am Tag durch Aktien-Investments verdient. Das sind 1,5 Mio. USD pro Stunde und 25.600 USD pro Minute.
Mit der korrekten Anwendung der Aktienanalyse kannst somit einiges erreicht werden.

Was ist die Aktienanalyse

Der Begriff der Aktienanalyse beschreibt die Untersuchung eines Wertpapieres mit dem Ziel den korrekten Wert und somit fairen Preis einer Aktie zu ermitteln. Wird im Ergebnis festgestellt, dass die Aktie unterbewertet ist, so ist ein Kauf die logische Schlussfolgerung. Überbewertete Aktien könnten etwa als CFD verkauft werden.
Wird ein fairer Wert ermittelt, so kann er als Kursziel dienen. Diese simple Strategie hat Warren Buffet sein Milliardenvermögen beschert. In der Theorie ist jedoch vieles einfacher. Tatsächlich muss bestimmt werden, ob die aktuelle Unterbewertung einer Aktie logisch erklärbar ist oder ob eine tatsächliche  Unterbewertung vorliegt und der Kauf einer Aktie empfehlenswert ist.

Aktienanalyse lernen: Die wichtigsten Kennzahlen

Die fundamentale Aktienanalyse ist ein rein zahlengetriebener Prozess. Als Aktieninvestor und -analyst musst du die wichtigsten Kennzahlen auswendig kennen, um Aktien später richtig bewerten zu können.

Der Gewinn pro Aktie (EPS)

Der Gewinn pro Aktie wird als zuverlässiger Indikator für die faire Wertbemessung einer Aktie gesehen. Er sagt aus, wie hoch der Gewinn ist, dem ein Unternehmen nach Abzug der Steuern den Aktionären als Dividende auszahlen muss.
Dafür wird vom Nettobetriebsgewinn des Unternehmens einerseits die Dividende für die Vorzugsaktie abgezogen. Das Ergebnis wird durch die Anzahl der restlichen Aktien geteilt.
Also:
Gewinn pro Aktie = (Nettobetriebsgewinn – Dividenden der Vorzugsaktien) / Anzahl der restlichen Aktien.
Hat das Unternehmen etwa einen Gewinn von 20 Mio. € erwirtschaftet, während 1 Mio. € fest für Dividenden der Vorzugsaktien ausgegeben werden sollen und gleichzeitig 5 Mio. ausstehende Aktien existieren, würde die Rechnung wie folgt lauten:

Gewinn pro Aktie = (20 Mio. € – 1 Mio. €) / 5 Mio. Aktien = 3,8

Verwässerung von EPS beachten

Der Gewinn pro Aktie kann auf zwei unterschiedlichen Wegen berechnet werden. Die verwässerte und die grundlegende Variante. Der Unterschied besteht in der Hinzuberechnung von Wandelanleihen und Bezugsrechtsscheinen, die auch mit dem Restnettobetriebsgewinn finanziert werden müssen.
Daher gilt die verwässerte Variante als zuverlässiges Maß für die Bewertung des fairen Werts einer Aktie.

Branchenvergleich ist angebracht

Um nun zu bewerten, ob ein EPS auf eine unterbewerte oder eine überbewerte Aktie hindeutet, sollten ähnliche Unternehmern einer Branche und im Optimalfall ähnlicher Größe verglichen werden. So kann verglichen werden, ob der Gewinn eines Unternehmens überdurchschnittlich ist und ob es sich um einen temporären Trend handelt. Ist der Gewinn pro Aktie des Unternehmens A bei 5 Euro und der von Unternehmen B bei 7 Euro, könnte eine Unterbewertung der Aktie von Unternehmen A vorliegen.
Zudem kann die Bewertung mit dem Gewinn pro Aktie aus dem vorherigen Jahr hinzugezogen werden. Hat das Unternehmen A einen Abstieg des EPS zu verzeichnen, während das andere Unternehmen B einen Anstieg hatte, ist die Aktie des Unternehmens B eine bessere Investition.
Eine andere Vergleichsmöglichkeit wäre die Betrachtung des eingesetzten Kapitals. Hat das eine Unternehmen mit einem schlankeren Kapital einen ähnlichen Gewinn pro Aktie erzielen können, ist es effizienter und daher empfehlenswerter.

Bilanzierungstricks vermindern Aussagekraft

Der Gewinn eines Unternehmens kann durch buchhalterische Maßnahmen künstlich reduziert werden, um etwa die Steuerlast zu senken. Daher sollte der Gewinn pro Aktie nur mit anderen Kennzahlen zur Bewertung einer Aktie herangeführt werden.
Es folgt eine ausführliche Beschreibung mit passenden Unterüberschriften. Die wichtigsten Kennzahlen werden erklärt.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das Kursgewinnverhältnis beschreibt den Betrag, den Anleger bereit sind auszugeben, um eine Gewinneinheit des Unternehmens, also 1 Euro, 1 USD oder 1 GBP, zu erwirtschaften. Aus diesem Grund wird die Kennzahl als „Ertragsvielfaches“ bezeichnet.
Zur Berechnung des KGV wird der Marktwert pro Aktie durch den Ertrag der Aktie dividiert.
KGV = Marktwert pro Aktie / Ertrag pro Aktie

Wird eine Aktie aktuell zu 40 € pro Aktie gehandelt, während der Ertrag pro Quartal im letzten Jahr 4 € betrug, so liegt das KGV bei 10.

Somit würden Anleger für jede 10 €, die sie in diese Aktie investieren, 1 € Gewinn zurückerhalten.
Umso höher das KGV ist, umso attraktiver ist die Aktie als Investment.

Vergleich mit anderen Unternehmen

Besonders im Vergleich zu Aktien anderer Unternehmen ist das KGV eine aussagekräftige Kennzahl. Als Investor solltest Du Dich für die Aktie entscheiden, die das höchste KGV hat, das allerdings gleichzeitig logisch erklärbar und nicht überzogen ist.

Zu hohes KGV zeugt von Überbewertung

Ist das KGV im Vergleich zu anderen Unternehmen derselben Branche und Größe deutlich höher, so solltest Du abwägen, ob es sich vielleicht um überbewertete Aktie handelt. Sollte das KGV im Vergleich zum historischen Wert gestiegen sein und sollte das Unternehmen keine bahnbrechende Entwicklung, wie ein neues Produkt, vorweisen können, könnte ebenfalls eine Überbewertung vorliegen.

Weitere wichtige Kennzahlen

Die beiden dargelegten Kennzahlen sind nur zwei der wichtigsten. Für eine ausgereifte Aktienanalyse solltest Du viele weitere betrachten, um das Gesamtbild der Aktie zu fertigen. Dazu gehören auch:

• Discounted Cashflow
• Kurs-Buchwert-Verhältnis
• Dividenrenrendite
• Enterprice Value
• Marktkapitalisierung
• Umsatz
• Jahresüberschuss (Gewinn)
• Eigenkapitalquote

Software zur Aktienanalyse

Für die Aktienanalyse benötigst Du eine geeignete Software. Für das Analysieren des Kurscharts, auch technische Analyse genannt, wird eine Brokersoftware in Frage kommen.
Für die fundamentale Analyse, die wir Dir oben vorgestellt haben, sollte Excel anfänglich ausreichen. Die Daten der Unternehmen werden in den Jahresberichten veröffentlich und sind für jeden einsehbar. Somit benötigst Du im Grunde nur Excel und einen Internetanschluss, um mit der Aktienanalyse zu beginnen.

Abgrenzung zur technischen Analyse

Die technische Analyse ist ebenfalls ein Teil der Aktienanalyse. Allerdings geht es hierbei nicht um die Bewertung der Aktie an sich, sondern vielmehr um das Finden des besten Aus- und Einstiegspunkts. Bei der Betrachtung werden die Kennzahlen des Unternehmens vollkommen außer Acht gelassen. Es wird lediglich das aktuelle Chartbild herangezogen, um herauszufinden, wann gekauft und wann verkauft werden sollte. Die technische Analyse hat jedoch keinen Einfluss darauf, ob Du eine Aktie kaufen solltest, sondern nur wann.

Zur technischen Analyse empfehlen wir das Buch „Crashkurs Charttechnik“ von Markus Horntrich. Das Buch ermöglicht einen optimalen Einstieg in die technische Analyse.

Das Buch findet ihr hier: