Zertifikat

Was ist ein Zertifikat?

Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung. Als Anleger leiht man der Bank (Emittent) Geld und erhält dafür ein Zertifikat. Bei Zertifikaten spricht man von Derivaten Wertpapieren. Das bedeutet, dass deren Preis sich nicht aus Angebot und Nachfrage ermitteln lässt, sondern sich nach den Kursbewegungen anderer Börsenwerte (auch Basiswert genannt) richtet. Basiswerte sind bspw. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen oder auch Zinsentwicklungen. Mit Zertifikaten ist es möglich, auf steigende (LONG), sinkende (SHORT) und selbst auf seitwärts tendierende Kursverläufe zu spekulieren.

Wenn mein Zertifikat z.B. von Aktien abhängig ist und der Kurs der Aktie steigt, dann steigt der Wert meines Basiswertes (in diesem Fall sind es die Aktien). Wenn der Kurs sinkt, dann sinkt auch der Wert von meinem Zertifikat.

Ähnlich wie bei Anleihen ist auch hier ein Totalverlust durch Insolvenz der Bank möglich.

 

Was sind Knock Out Zertifikate?

Knock Out Zertifikate stellen den Bereich der riskanteren Zertifikate dar, mit denen sich die größten Renditen erzielen lassen.

Wie auch bei den anderen Zertifikaten wird bei Knock Out Zertifikaten auf den Kurs eines Basiswertes (Index, Aktie, Rohstoff) gesetzt. Es wird darauf gewettet, ob der Basiswert (Call) steigt oder (Put) fällt. Man spricht auch von Call- und Put-Zertifikate. I.d.R. ist von vornherein eine Knock Out Schwelle vom Emittenten festgelegt, was bedeutet, dass beim Erreichen dieser Schwelle das Zertifikat wertlos ist. Diese Knock Out Schwelle wird u.a. auch „Strike“ genannt. Je näher wir uns dem Knock-Out nähern, umso größer wird der Verlust. Natürlich kann der Kurs auch in die richtige Richtung verlaufen, sodass die Gewinnzone erreicht wird.

Was aber den Zertifikatentyp so interessant macht ist der Hebel. Durch den Hebel ist es möglich überdurchschnittlich am Basispreis zu partizipieren.  Der Hebel ist von vornherein festgelegt und wird automatisch größer, wenn sich das Produkt der Knock Out Schwelle nähert.

Zertifikat Hebel errechnen

Um den Hebeleffekt genauer beschreiben zu können, kaufen wir im Beispiel ein Knock Out Call auf den DAX und wetten auf steigende Kurse. Nehmen wir an, dass der DAX bei 13.000 Punkten steht.

Produkt: Knock Out Call auf den DAX
Knock Out Schwelle (Strike): 12.750 Punkte

Kurs des Zertifikats: 2,50 Euro
Bezugsverhältnis: 0,01
Laufzeit: Open End
Spread (beziehen wir nicht mit ein)

Der Hebel wird beim Produkt immer aktualisiert angegeben. Zur Errechnung des Hebels kann folgende Formel verwendet werden:

Aktueller Hebel = Kurs des Basiswerts x Bezugsverhältnis / Kurs des Zertifikates

52 = 13000 x 0,01 / 2,50

Der aktuelle Hebel ergibt also 52. Wird jetzt der DAX um 1 Prozent steigen oder fallen, so steigt bzw. fällt der Wert des Zertifikates um 52%. Bei einer 2-prozentigen Veränderung würde das Zertifikat um 104% steigen bzw. fallen, was beim Fall den Knock Out auslösen würde und das Produkt wertlos machen.

Fazit: Mit dem Zertifikatstyp ist es ziemlich schnell möglich große Gewinne bei geringeren Veränderungen des Basiswerts einzufahren. Natürlich kann sich alles in die entgegengesetzte Richtung entwickeln und deswegen ist es wichtig sich mit einem guten „Stop“ abzusichern, um keinen Totalverlust zu erleiden.

 

Was ist ein Discount Zertifikat?

Ein Discount Zertifikat ist eins der am meisten verwendeten Zertifikate, welches die Wertentwicklung einer Aktie oder eines Index innerhalb einer vorbestimmten Laufzeit abbildet. Das Besondere daran ist der „Discount“, welcher die Möglichkeit bietet, günstiger in einen Basispreis (z.B. einer Aktie) zu investieren, als eine direkte Investition in diese zu tätigen.

Beispiel anhand der E.ON AG

Die Aktie der E.ON AG steht aktuell bei 8 Euro. Wir haben ein passendes Discount Zertifikat gefunden, bei dem die E.ON AG als Basiswert gilt und welches einen Discount von 10% bietet. Dieses Produkt kostet aufgrund des Discounts nur 7 Euro und 20 Cent. Die Differenz, also die 80 Cent, dienen uns als Risikopuffer, das wir quasi geschenkt bekommen. Erst wenn der Basiswert auf einen Wert von unter 7 Euro und 20 Cent fällt, erleiden wir einen Verlust. Pendelt sich die Aktie hingegen in einem Bereich von 8 Euro und 7 Euro und 20 Cent, so sind wir dank des 80 Cent Puffers immer abgesichert.
Durch den geschenkten Discount Puffer von 80 Cent ergibt sich eine bestimmte Gewinnbegrenzung nach oben. Diese ist das sogenannte „CAP“. Das ist der größte Nachteil an dem Produkt, dass wir nach oben gesehen mit dem Gewinn beschränkt sind.

Drei Beispielszenarien:

Die Aktie der E.ON AG steigt auf 50 Euro

Durch den CAP können wir nur maximal bis 8 Euro und 50 Cent partizipieren, somit haben wir schon einmal einen Gewinn von 50 Cent. Mit dem Ende der Laufzeit des Zertifikates wird der „Discount“ ebenfalls an uns ausgezahlt und es ergibt sich zusammen ein Gewinn von 1 Euro und 80 Cent.
In dem Fall würde sich eine Direktinvestition in die Aktie viel mehr lohnen, denn mit so einer hätten wir einen Gewinn vom, Einstieg bei 8 Euro, zum Kurs bei der 50 Euro Marke einen Gewinn von 42 Euro.

Die Aktie der E.ON AG bleibt bei 8 Euro

Dann erhalten wir den Gewinn des Discounts und zwar von 80 Cent.
Bei einer Direktinvestition würden wir bei plus minus 0 Euro rauskommen, somit wäre das Zertifikat eine bessere Wahl.

Die Aktie der E.ON AG fällt auf 7 Euro

Bei diesem Beispiel verlieren wir zunächst 1 Euro, da wir aber bei Laufzeitende den Discount ausgezahlt kriegen, verringert sich dadurch der Verlust nur auf 20 Cent. Eine Direktinvestition in die Aktie würde den Verlust von 1 Euro ergeben.

Fazit: Discount Zertifikate sind aufgrund des Gewinnpuffers sehr interessant und sind besser als Aktien in seitwärts laufenden Trends, denn sie schlagen sich häufig besser als die Dividende. Ebenfalls können sie sich in fallenden Märkten deutlich besser schlagen als die Aktie. Der große Nachteil an ihnen ist das CAP, weswegen sie in bullischen Märkten sehr schlecht abschneiden und im Vergleich zu einer Aktie die Gewinnbegrenzung als großen Nachteil aufweisen.

 

Was ist ein Bonus Zertifikat?

Mit dem Bonus Zertifikat ist es ebenfalls möglich in einen Basiswert (Aktie oder Indizes) zu investieren, dabei bietet das Produkt vor allem eine Teilabsicherung gegen Kursverluste, die Chance auf die Zahlung eines Bonusertrages am Laufzeitende und keine Begrenzung der Gewinne.

Diese Eigenschaften werden durch eine obere Kursschwelle, dem sogenannten Cap, und einem unteren Sicherheitslevel definiert.

Vollzieht sich die Entwicklung des Basiswertes innerhalb der Schwellen ohne das eine durchbrochen wird, so erhalten wir am Laufzeitende den Bonus von 100 Euro ausgezahlt, obwohl wir bei 75 Euro eingestiegen sind und der aktuelle Kurs bei 80 Euro liegt.

Wird eine Kursschwelle während des Bewertungszeitraumes berührt oder unterschritten, dann partizipiert das Zertifikat 1:1 mit dem Basiswert und es wird kein Bonus ausgezahlt. Wie im Bild zu erkennen ist, würde der Kurs am Laufzeitende bei 60 Euro liegen und wir würden einen Verlust von 15 Euro verbuchen.

Ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende über dem Cap, so wird dieser Betrag ausgezahlt. In dem Fall wären es 110 Euro.

Fazit: Ein Bonus Zertifikat eignet sich bestens für Seitwärtsbewegungen, weil sie sich dadurch innerhalb der Kursschwellen bewegen und somit die Bonuszahlung am Laufzeitende garantieren. Außerdem können sie nach oben hin am Basiswert partizipieren.